Fleisch

Ein Deutscher isst im Durchschnitt 60 kg Fleisch im Jahr (160 g pro Tag). Davon ist 2/3 Schweinefleisch, der Rest je zur Hälfte Rindfleisch und Geflügel.

Der wichtigste Punkt ist für uns die artgerechte Tierhaltung. Tiere dürfen nicht wie eine Ware behandelt werden. Es darf nicht sein, dass Tierfabriken an die Stelle der bäuerlichen Landwirtschaft treten. 1 kg Schweinebraten für 3,99 € ist nur bei rücksichtsloser Massentierhaltung möglich. Wenn Sie bei solchen „Schnäppchen“ ab und zu Gammelfleisch erwischen, sind Sie selber schuld.

Wir unterstützen das Konzept von „Neuland“, das mit dem Deutschen Tierschutzbund abgestimmt ist. Es schreibt z.B. Bestandsobergrenzen, freien Auslauf für die Tiere, heimische Futtermittel, lange Wartezeiten nach Antibiotika-Behandlungen und schonende Tiertransporte vor. Neuland-Fleisch wird in Metzgereien verkauft und ist 2003 von Ökotest als „sehr gut“ bewertet worden.

Leider gibt es in unserer Region aber bisher nur wenige Einkaufsmöglichkeiten für Neuland-Fleisch. Wir schlagen deswegen vor, Fleisch und Wurst wenigstens aus regionaler Herkunft zu kaufen. Den Metzger können Sie fragen, wo die Schlachttiere herkommen. Und er kann es sich nicht leisten, Ihnen vergammeltes Fleisch anzudrehen. Der persönliche Kontakt schafft Vertrauen. Vielleicht können wir auch gemeinsam den einen oder anderen Metzger überzeugen, Neuland-Qualität anzubieten.

Beim Metzger liegen die Preise etwa 30% höher als im Supermarkt.

Bei Rindfleisch sollten Sie überlegen, ob Sie sich nicht ab und zu etwas Besonderes gönnen: Weiderind aus Mutterkuhhaltung. Das ist die natürlichste Form von Tierhaltung. Das Fleisch dieser Tiere hat eine besondere Qualität. Mit dem Kauf von Weiderind unterstützen Sie gleichzeitig auch die Pflege von Naturschutzgebieten und die Erhaltung alter Haustierrassen. Der BUND kann Ihnen Bezugsadressen nennen. Bei Direktvermarktung kaufen Sie in der Regel ein größeres Paket aus unterschiedlichen Teilen zum Eingefrieren.

Entsprechendes gilt für Lammfleisch. Viele Naturschutzgebiete sind durch Schafbeweidung entstanden (Schwäbische Alb). Aber leider essen die Deutschen kaum Lamm, höchstens im Urlaub in Griechenland. Vielleicht müssen Sie erst noch ein überzeugendes Rezept entdecken, um einzusteigen. Achten Sie darauf, dass das Lammfleisch aus Wanderschäferei stammt (z.B. vom Hohentwiel), nicht aus einer ökologisch wertlosen Koppelhaltung.

Grundsätzlich sollten Sie auch überlegen, Ihren Fleischkonsum zu reduzieren. Dies wird von Ernährungswissenschaftlern empfohlen, die einen Zusammenhang v.a. mit Herz-Kreislauf-Krankheiten sehen. 160 g Fleisch jeden Tag braucht kein Mensch. Traditionell galt die Regel, dass es zweimal in der Woche Fleisch gab. Die Produktion von Fleisch ist im Grunde eine riesige Verschwendung von Ressourcen. Die Tiere werden heute mit hochwertigen Lebensmitteln gefüttert (Getreide, Soja), die wir auch direkt essen könnten. Für die Produktion von einem kg Fleisch braucht man im Schnitt etwa 7 kg Weizen und Soja und Unmengen von Energie und Wasser.

Also: Kleinere Fleischportionen, dafür aber aus anständiger Tierhaltung, und mehr Gemüse !